Orchesterakademie

Letzten Donnerstag (17.6) fand ein Konzert der Goethe-Orchesterakademie auf dem Schulhof unseres Gymnasiums statt. Bis so ein Konzert stattfinden kann, muss natürlich viel gemeinsam geprobt und geübt werden. Wie das auch unter den derzeitig Umständen gelingen konnte berichtet Leni (6c).

Das Goethe-Orchester: Digitale Proben und die langsamen Schritte zur Normalität

Ich bin Leni und spiele Geige. Ich schätze das Beisammensein in einem Orchester sehr. Und darum war die Corona-Zeit im Orchesterleben nicht so einfach für mich. Hier ist ein kleiner Bericht, in dem ich über die digitalen Proben und die langsamen Schritte zur Normalität berichte.

Die digitalen Proben

Als der erste Lockdown kam, war ich noch nicht am Goethe-Gymnasium. Ich habe zur sechsten Klasse auf das Gymnasium gewechselt und bin gleich in das Orchester eingestiegen. Zunächst haben wir immer in Präsenz geprobt und mussten auf unseren Plätzen noch nicht einmal eine Maske tragen. Danach hat es sich immer weiter zugespitzt: Zuerst schien es nur ganz harmlos, da nun alle, die kein Blasinstrument gespielt haben, auf ihren Plätzen eine Maske tragen mussten. Dann durfte irgendwann nur noch ein einziger Bläser an den Proben teilnehmen! Und nach einer gewissen Zeit wurden die Schulen ein zweites Mal geschlossen. Es entwickelte sich die Idee, per Zoom zu proben. Alle Mitglieder des Orchesters und besonders das Dozent*innen-Team haben sich viel Mühe gegeben, die Proben so gut wie möglich zu organisieren. Eine Zeit lang war es interessant, da man eine neue Probentechnik kennengelernt hat. Danach wurde es für mich immer anstrengender. Ich habe es vermisst, gemeinsam mit anderen Menschen zu spielen. Die Zoom-Proben waren eine Zeit lang zwar eine gute Lösung, aber zusammen zu spielen war nicht möglich. Man konnte höchstens mit einer anderen Person gemeinsam spielen. Trotzdem hat es mir Spaß gemacht. Wir haben alle versucht, das Beste aus der ungünstigen Situation zu machen. Irgendwann entdeckte Till, der Leiter unseres Orchesters, ein Tool, mit dessen Hilfe alle Mitglieder des Orchesters gemeinsam spielen konnten, ohne dass eine Verzögerung entstand. Das Problem war nur, dass manche der Teilnehmer nicht über die technischen Voraussetzungen verfügten, die man benötigte um an den Proben teilzunehmen. Um „Jamulus“, also das eben erwähnte Probentool, weiterzuempfehlen ist es wohl leider zu spät, da wir uns nun alle wieder in Präsenz sehen können. Trotzdem hat die Goethe-Orchester-Akademie es geschafft, gut organisiert, sehr musikalisch und lustig durch die digitale Probenzeit hindurchzukommen. Ich bin auf jeden Fall sehr stolz auf uns alle!

Unser Orchester-Wochenende

Leider musste in diesem Schuljahr unsere Orchester-Fahrt ausfallen. Es war eigentlich geplant in die Jugendherberge Waren (Müritz) zu fahren. Allerdings ist uns Corona dazwischen gekommen und es war keine gemeinsame Fahrt mit Übernachtungen möglich. Darum veranstalteten wir ein Orchester-Wochenende! Wir sind zu einer Trabrennbahn in Karlshorst gefahren. Dort durften wir auf der Tribüne der Rennbahn proben. Die Fahrt nach Karlshorst entpuppte sich als äußerst mühsam. So gut wie alle Orchester-Mitglieder sind ca. zwei Stunden zu der Rennbahn gefahren. Und als wir in der Nähe der Trabrennbahn waren, konnten wir sie nicht finden, obwohl sie riesig war! Wir wurden dann von Till mithilfe unserer Signal-Gruppe zu der Tribüne gelotst. Dies war aber nur der erste Probentag. Am zweiten Tag haben sich manche Mitglieder des Orchesters um anderthalb Stunden verspätet, da an diesem Tag die Sternfahrt der Fahrradfahrer angesagt war. Folglich stand das halbe Orchester in einem Stau. Trotzdem war das Probenwochenende ein guter Ersatz für die Probenfahrt.

Die Proben waren toll, aber fast noch besser waren die Pausen: Wir haben mit einer Frisbee gespielt! Das mag auf den ersten Blick unspektakulär wirken, aber das genaue Gegenteil war der Fall! Und Till war mit Abstand der beste Spieler…

Die Proben auf der Tribüne haben aber auch sehr viel Spaß gemacht. Wir haben zum Einstieg alle gemeinsam geprobt und dann haben wir uns in kleine Gruppen aufgeteilt. Durch das Probenwochenende hat sich das Beisammensein gestärkt und man hat sich auch gegenseitig besser kennengelernt. Man hatte also nicht immer mit denselben Personen zu tun, sondern hat sich auch einmal unter andere Mitspielende gemischt. Ein Probenwochenende ist zwar nicht vergleichbar mit einer Orchesterfahrt, aber trotzdem war es das Beste, was man in der momentanen Situation machen konnte. Es war auf jeden Fall sehr lustig aber auch lehrreich und ich hoffe, dass man das aus diesem Bericht herauslesen konnte.

Openair-Proben

Als die Schulen wieder geöffnet wurden, hatte das Dozent*innen Team die Idee, die Proben draußen auf dem Schulhof des Gymnasiums zu veranstalten. Wir haben rosafarbene Kreise auf den Schulhof gezeichnet, die mit einem Abstand von 1,5 Metern voneinander entfernt standen. Auf diesen Kreisen sollten wir uns positionieren. Wir haben auch ein elektrisches Klavier aus dem ersten Stock auf den Schulhof getragen, den dazugehörigen Hocker, eine Kiste mit Notenständern, ein kleines Schlagzeug und Stühle für die Celli. Die Probe hat erst begonnen, als an der Schule kein Unterricht mehr stattgefunden hat. Als alle ihre Instrumente ausgepackt hatten, haben wir mit dem Proben angefangen. Zwischendurch haben wir immer wieder Pausen gemacht, die aber nicht ganz so lustig wie die auf der Probenfahrt waren. Ehrlich gesagt, gefällt es mir viel besser an der Luft, anstatt in der Aula zu proben. Außerdem war die erste openair-Probe die erste Probe, in der wir gemeinsam gespielt haben nach monatelangen Online-Proben. Von mir aus könnten wir nur noch draußen proben!

Unser Sommer-Konzert

Als Abschluss des Berichts möchte ich noch über unser Sommerkonzert schreiben. Es fand auf dem Schulhof statt und es waren viele Leute dort. Es war mein erstes Konzert an dieser Schule und ich war ziemlich aufgeregt! Wir alle mussten unsere Noten mit Wäscheklammern oder Magneten an den Notenständern befestigen, damit sie nicht wegfliegen konnten! Und trotzdem ist es passiert… Unser Programm bestand aus insgesamt sechs Stücken, inklusive der Zugabe. Diese „mussten“ wir sogar zwei Mal spielen. Wir haben alle versucht, uns ein schwarzes Ober- oder Unterteil anzuziehen und das andere Kleidungsstück in einer anderen Farbe, aber ich bin mir nicht sicher, ob es den Leuten aufgefallen ist, die nicht informiert waren. Jedes Stück hat für Begeisterung gesorgt und diese hat das Orchester motiviert, noch ausdrucksstärker zu spielen. Auch für das Konzert mussten wir allerlei Dinge nach draußen tragen. Wir haben unzählige Stühle für das Publikum nach draußen getragen und natürlich welche für das Orchester. Viele Bläser haben sich darüber beschwert, dass die Streicher sich setzen durften und sie stehen mussten. Das elektronische Klavier und dessen Hocker hatten wir auch auf dem Schulhof aufgestellt. Beim Konzert hatten wir dieses Mal sogar ein richtiges Schlagzeug aufgebaut! Das Konzert war ein riesiger Erfolg und hat uns allen einen großartigen Abend bereitet!

Ich bin wirklich sehr glücklich, auf so einer tollen Schule zu sein und in einem so großartigen Orchester mitspielen zu dürfen.

Text: Leni Bruns, 6c (Schuljahr 2020/21)

Bilder: Antje Schroeder & Frau Wendler