Jugend debattiert 2026


Soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk mehr Randsportereignisse im Fernsehen übertragen? so lautet die Debattenfrage, der sich Charlotte Baron (9d) am 13.3. im Landesfinale der Altersgruppe 1 zu stellen hat. Ebenso wie es die Lesenden dieses Artikels höchstwahrscheinlichjetzt tun, musste auch unser diesjähriges Team der AG 1 zunächst den Begriff „Randsportarten“ klären. Komplex gestaltet sich dann aber die Frage, wie denn im Falle einer positiven Entscheidung eine entsprechende Umsetzung denkbar wäre. Hier winken auf dem Rechercheweg weitere Begriffe, deren Verbindung dann hoffentlich eine haltbare Maßnahme kreiert: Rundfunkstaatsvertrag, Rundfunkanstalten, Rundfunkrat, Medienstaatsvertrag etc..

Das Finale, in dem die besten vier Debattantinnen des Landes Berlin jeweils in der AG 1 und AG 2 antreten, stellt dabei zunächst den Abschluss des diesjährigen Wettbewerbs „Jugend debattiert“ auf Landesebene dar, der für uns am 19.2.26 mit dem Regionalwettbewerb am Arndt-Gymnasium begann. In der Altersgruppe 1 gingen für das Goethe dabei zunächst Hanna Vonderstein, Friedrich Rissmann und Charlotte Baron an den Start. Für die AG 2 traten Julia Prieur und Antonn Pollmann an. Jeder Altersgruppe waren zehn Tage zuvor jeweils drei Debattenfragen zugestellt worden, die neben Hausaufgaben und alltäglichem Schulstress möglichst effektiv vorzubereiten waren. Das Spektrum reichte hier in der AG 1 von „Tierversicherung“, „insektenfreundliche Gartenbepflanzung“ bis hin zum Gebrauch der KI als Hilfsmittel in Prüfungen der Oberstufe. Die AG 2 durfte sich mit der Förderung von Lokalzeitungen, BNPL-Bezahlmodellen und einer sogenannten Kontaktgebühr in Arztpraxen auseinandersetzen. Dass dem diesjährigen Team die Vorbereitung unter Zeitdruck sehr gut gelungen ist, davon zeugte das hervorragende Auftreten eines jeden Teilnehmers/ einer jeden Teilnehmerin und deutlich sichtbar schließlich die Qualifizierung Charlottes und Friedrichs für die Regional-Finaldebatte der AG 1 und Julias für die AG 2. Dank der Teilnahme des Goethe in beiden Finaldebatten konnten sich nun auch die zuvor im Wettbewerb eingesetzten Jurorinnen und Juroren unserer Schule zurücklehnen und die vor allem in der AG 2 hochwertige Finaldebatte verfolgen. Mit Jubel wurde dann zunächst der Sieg Friedrichs (erstplatziert) und Charlottes (zweitplatziert) in der AG 1 quittiert und dann auch noch Julias souveräner Einzug in den Landeswettbewerb als Zweitplatzierte der AG 2. Als Sieger bzw. Siegerinnen auf Regionalebene durften Friedrich, Charlotte und Julia an einem dreitägigen Rhetorik-Seminar teilnehmen, bei dem sie die jeweiligen Regionalsiegerinnen der mittlerweile acht JD-Verbünde aus gut 60 Berliner Schulen kennenlernten.

Die jeweils 16 Regionalsiegerinnen der AG 1 und AG2 trafen dann am Montag (2.3.) in der Landesqualifikation aufeinander, bei der es u.a. um die mögliche Einführung eines Politikpraktikums (AG1) oder einen Mindestlohn für Strafgefangene (AG2) ging. Das Niveau auf dieser Ebene beeindruckte durch die Vielzahl der sehr gut vorbereiteten Debattantinnen. Vor allem aber fiel der nahezu freundschaftliche Umgang der Debattantinnen in den Pausen untereinander auf. Im besten Sinne zeigt sich hierin der Geist des Wettbewerbs: Es wird miteinander gestritten und nicht gegeneinander. Da die Positionen zugewiesen werden, stehen die Sachkenntnis und das Abwägen der besten Pro- und Contra-Argumente im Mittelpunkt. Die Debatte soll vor allem das Publikum über die Dimensionen von pragmatischen Entscheidungen aufklären und leistet damit als bewährtes Format einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung. Diese Bedeutung wurde durch den diesjährigen Austragungsort bzw. die gastgebende Institution, das Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin, unterstrichen. Sabine Achour, Professorin für Politikdidaktik und Politische Bildung, betonte in ihrer herzlichen Begrüßung besonders die Wichtigkeit der jungen Debattantinnen, die engagiert das Projekt aus der JD-Gemeinschaft in die Schulgemeinschaft tragen.
Nicht zuletzt hat der Erfolg und das Engagement unser Debattantinnen in den letzten Jahren ihnen aber auch die Aufmerksamkeit der Schulgemeinschaft beschert, die wesentlich zum Gelingen auch in diesem Jahr beigetragen hat. Die großzügigen Unterrichtsbefreiungen in der Vorbereitung und Durchführung des Wettbewerbs, die herzlichen Glückwünsche und die damit gezeigte Wertschätzung unseren diesjährigen Teilnehmerinnen gegenüber und nicht zuletzt die großartige Hilfe durch das Expertenwissen aus der Elternschaft sind nicht selbstverständlich und werden daher mit großer Dankbarkeit wahrgenommen. Herr und Frau Lendner standen unseren Debattant*innen der AG 1 beim Thema „Tierversicherung“ in einem kurzfristig ermöglichten Gespräch in der Schule beratend zur Seite. Wertvolle Hinweise hinsichtlich des Themas „Mindestlohn für Strafgefangene“ gab die Mutter eines Sechstklässlers, ihres Zeichens Anwältin für Strafrecht. Vielen Dank an alle!!!

Am 13.3. wird das diesjährige JD-Team Charlotte vor Ort im Abgeordnetenhaus lautstark
bejubeln. Das Berliner Landesfinale kann man dann auch live über ALEX Berlin
(www.alex.berlin.de) verfolgen – egal ob vom Klassenzimmer, heimischen Sofa oder wo auch immer aus. Und vielleicht gibt es ja auch eine Fortsetzung der Erfolgsstory des Goethe-Teams 2026; auf der Bundesebene.

Fotos und Text von: Dorit Beckmann Schulkoordinatorin Jugend debattiert am Goethe-Gymnasium und Berna Dal