Kunst und Politik

Exkursion zum Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart


Am 17. Dezember 2025 haben wir (LK Kunst Q1 und Q3) die Ausstellungen im Hamburger Bahnhof besucht.

Dieser verfügt sowohl über Sammlungen von Joseph Beuys, dem Museum in Bewegung und der
Nationalgalerie, als auch über eine Unendliche Ausstellung. Besonders die temporären Ausstellungen haben einen tiefen Eindruck hinterlassen, von denen uns „embrace“ von Klára Hosnedlová und „An Opera Out of Time“ von Petrit Halilaj am besten gefallen haben.

Klára Hosnedlová – „embrace“

Klára Hosnedlová wurde 1990 in Tschechien geboren und arbeitet mit Materialien wie Beton, Hanf und
Flachsfasern, die in den Grenzregionen Tschechiens wie Böhmen oder Mähren gebräuchlich sind. Dabei
verbindet sie Handwerkstraditionen, regionale Folklore und brutalistische Architektur in einer utopischen
Konstellation, deren übergeordnetes Thema die Vergänglichkeit ist.

Durch das Aufeinandertreffen von Gegensätzen, z.B. Handarbeit und industrieller Produktion, wird die Prägung der Bevölkerung ländlicher Gegenden der heutigen Tschechischen Republik durch nationale Grenzverschiebungen, unterschiedliche politische Systeme und Einflüsse anderer Staaten auf ihre Kultur dargestellt.

Auch eine vielschichtige Klangkomposition verleiht eine tiefere Dimension, die aus läutenden Kirchenglocken, dem Gesang von Lada, einem in mährischen Mikrodialekten singender Frauenchor, und tschechischen Textzeilen gebildet wird. Die zerkratzten und staubigen Lautsprecher hierfür stammen aus ehemaligen Techno-Clubs Berlins.

Petrit Halilaj – „Opera Out of Time“

Die Ausstellung des 1986 im Kosovo geborenen Künstlers Petrit Halilaj besteht aus Skulpturen,
Installationen und Videoarbeiten, die sich mit der Geschichte seines Heimatlandes und den kulturellen und politischen Spannungen der Region befassen.

Seine erste Oper „Syrigana“ steht dabei im Mittelpunkt, die eine lokale Legende aus dem Kosovo aufgreift, laut der Adam und Eva nach ihrer Vertreibung aus dem Paradies im Dorf Syrigana ankommen und auf die ersten Menschen treffen, die auf jüdisch-christlich-islamische Tradition als Fuchs und Hahn dargestellt sind.

Die Oper knüpft an wiederkehrende Figuren aus bisherigen Arbeiten an und richtet sich an eine Gemeinschaft, die noch immer mit den Folgen des Kosovokrieges (1998-1999) und einer anhaltenden gesellschaftlichen Spaltung ringt. In den Installationen sind hauptsächlich Tiere, Insekten und hybride Wesen zu sehen, wie die zwei hybriden Figuren, die von einem hohen Fenster aus über den Szenen wachen.

Fazit:

Insgesamt war die Exkursion eine beeindruckende Erfahrung, da wir uns durch die Ausstellungsräume
bewegen konnten und die Wirkung noch besser spüren konnten, die auf Fotografien gar nicht fassbar sind.

Text: Mira Hermanny, LK Kunst, Q1 (Schuljahr 2025/26)
Bild: Frau Daxenberger (Schuljahr 2025/26)